Über die BBF

BBF - Bielefelder Bäder und Freizeit GmbH

1829: Das erste Bielefelder Freibad

In den Jahren 1829/30 entsteht das erste Bielefelder Freibad auf Initiative von Bürgermeister Ernst Friedrich Delius am Stadtgraben an der Notpforte. Die Badeanstalt wird auch vom Militär für Schwimmsportübungen genutzt, das sich auch an den Instandhaltungsarbeiten beteiligt und von der Stadt beauftragt ist, das Bad regelmäßig vom Schlamm zu befreien. Nach anfänglich reger Nutzung verfällt das Bad bald immer mehr und muss bereits 1852 geschlossen werden. In den Folgejahren dienen diverse Teiche und Teile der Lutter als Ersatz. So soll 1855 durch einen Herrn Büscher auf dem heutigen Adenauerplatz ein weiteres beaufsichtigtes angestautes Freibad betrieben worden sein.

 

1873: Das erste Bielefelder Hallenbad an der Gadderbaumer Straße

In den 1870er Jahren trägt eine Gruppe sportbegeisterter Bürger das Gründungskapital für ein Hallenbad zusammen, das 1873 an der heutigen Gadderbaumer Straße eröffnet wird. Schon bald geht es in den Besitz der Stadt über und wird nach dem Ersten Weltkrieg vom Bielefelder Amateur-Schwimm-Club übernommen. 1944 fällt das Bad einem Bombenangriff zum Opfer und wird nicht wieder aufgebaut. Neben dem städtischen Hallenbad existiert noch eine Betriebsbadeanstalt des städtischen Elektrizitätswerks (heute: Stadtwerke Bielefeld) an der Schildescher Straße. Auch dieses Bad übersteht die Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges nicht.

 

Eine kleine Anekdote aus diesem Bad:

Für Frau und Töchter des Direktors des Elektrizitätswerkes wurden extra separate „Badestunden“ eingerichtet, um sie vor den neugierigen Blicken der „Betriebsgefolgschaft“ zu bewahren.

 

Jöllenbeck 1932
 

Jöllenbeck 1949

Die 1920er und 30er Jahre: Freibad-Boom in Bielefeld

1926 wird das Freibad Brackwede eröffnet, das mit Wasser aus der Ems-Lutter versorgt wird. Bei Verschmutzung übernimmt der sogenannte Erbsenbrunnen die Versorgung. Angeblich wird dieses Bad nur gebaut, um die Ansiedelung eines FKK-Vereins zu verhindern. Im Jahr 1927 entsteht das Freibad an der Wiesenstraße (heute Wiesenbad) nahe der Ravensberger Spinnerei im Rahmen von Notstandsarbeiten erwerbsloser Bielefelder Bürger. Die Wasser­versorgung erfolgt durch den sogenannten Weihnachtsbrunnen auf dem Stadtwerke-Gelände an der Schildescher Straße. Dieser Brunnen wird 1925 als Betriebsbrunnen des Kraftwerkes in einer Tiefe von 456 m erschlossen und liefert mineralhaltiges Wasser mit einer Temperatur von 26°. Der Brunnen ist über 70 Jahre in Betrieb und muss erst 1997 wegen mangelnder Förderleistung geschlossen werden. Ende der 1920er und -30er Jahren folgt der Bau von Freibädern oder beaufsichtigten Badestellen in Schildesche, Senne, Schröttinghausen, Jöllenbeck und Ummeln.

 

Jöllenbeck 1957
 

Jöllenbeck 1975

1945: Der Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Hallenbäder überstehen die schweren Luftangriffe des Jahres 1944 nicht. Auch das Bad an der Wiesenstraße trägt schwerste Schäden davon. Bereits 1946 geht es behelfsmäßig repariert wieder in Betrieb. Die Hauptsorge der Stadt gilt jedoch zunächst der Wiederherstellung von öffentlichen Wannen- und Brausebädern, um den fehlenden Sanitäreinrichtungen besonders der Behelfsunterkünfte zu begegnen. Zeitweise sind bis zu 30 dieser Bäder über das Stadtgebiet verteilt in Betrieb. Das letzte dieser Art schließt im Jahr 1998 seine Pforten.

 

In den 1950er Jahren werden die Freibäder aufgrund neuer Hygienevorschriften modernisiert und neue Freibäder in Hillegossen und Dornberg (Johannisbad) errichtet. Im Jahr 1954 folgt ein modernes Hallenbad am Kesselbrink, das zur Keimzelle der zahlreichen aktiven Wassersport treibenden Vereine in Bielefeld wird.

 

Johannisbad Schildesche
 

Senner Waldbad 1930

1960er und 70er: Aufbau zu Wirtschaftswunderzeiten

In den 60er und 70er Jahren wird der Bau von Hallenbädern durch den sogenannten „goldenen Plan” stark durch Bundes- und Landesmittel gefördert. Es entstehen Hallenbäder in den vor der Kommunalreform von 1973 noch selbstständigen Gemeinden Senne, Sennestadt, Brake, Gadderbaum, Brackwede, Heepen. Mit finanzieller Unterstützung der Inhaberfamilie der Firma Droop + Rein entstehen das Ernst-Rein-Bad in Bielefeld und im Jahr 1974 zusätzlich noch das Freibad Gadderbaum. Die Gemeinde Jöllenbeck überdacht ihr Freibad mit einer Traglufthalle, um einen ganzjährigen Betrieb sicherzustellen.

 

1970er und 80er: Bielefeld wird Großstadt und erbt viele Frei- und Hallenbäder

Mit den Eingemeindungen der Kommunalreform gehen 1973 alle Bäder in den Bestand der neuen Großstadt Bielefeld über. Rasch wird der enorme finanzielle Aufwand für Unterhalt und Betrieb spürbar. Die beginnende Finanzkrise der öffentlichen und besonders der kommunalen Haushalte verursacht ab Anfang der 80er Jahre eine intensive Diskussion darüber, wieviel öffentliche Hallen- und Freibäder eine Stadt benötigt.

Senner Waldbad 1950
 

Senner Waldbad 1964

So soll 1985 das traditionsreiche Wiesenbad – dessen kriegsbedingte Beschädigungen nie vollständig beseitigt worden sind – geschlossen und einem innerstädtischen Straßenkreuz weichen. Eine Bürgerinitiative verhindert dies. Mit großem Engagement und durch die Unterstützung des Landes NRW wird das – inzwischen teilweise denkmalgeschützte – Bad vollständig saniert und 1988 wieder seiner Bestimmung übergeben. Anfang der 1990er Jahre schließt die Stadt das Freibad Schildesche und plant für weitere sechs Freibäder und fünf Hallenbäder die Betriebsaufgabe und deren Abriss.

 

Senner Waldbad 1987
 

1996: Gründung der Bielefelder Bäder- und Freizeiteinrichtungen GmbH & Co. KG

Der anhaltende öffentliche Widerstand gegen diese Pläne führt Ende 1996 zur Gründung der Bielefelder Bäder- und Freizeiteinrichtungen GmbH & Co. Betriebs-KG als Tochterunternehmen der Stadtwerke Bielefeld GmbH und der Bielefelder Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft mbH. Alle Bielefelder Bäder und die beiden Eisbahnen werden in die neue Gesellschaft überführt. Die Aufgabe der neuen GmbH ist es, ein langfristig auch finanziell tragbares Konzept für die Bäderlandschaft Bielefelds zu entwickeln und umzusetzen. Zwischenzeitlich hatten sich bereits 8 Fördervereine gegründet, um durch ihren Einsatz die von der Schließung bedrohten Bäder zu retten.

In den folgenden Jahren werden über 28 Mio. € in die Bielefelder Bäder investiert. Die Hallenbäder in Brackwede – jetzt AquaWede – und in Heepen sowie das Freibad Senne werden umfassend instandgesetzt. Im Neuen Bahnhofsviertel wird außerdem ein neues Sport- und Freizeitbad gebaut.

 

2000: Eröffnung des Sport- und Freizeitbades Ishara

Im September 2000 eröffnet das Sport- und Freizeitbad „Ishara” seine Tore. Das moderne Freizeitbad entspricht den geänderten Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger, die neben dem reinen „Bahnenschwimmen“ herkömmlicher Prägung ein weitergehendes Wohlfühl- und Wellness-Erlebnis suchen.

Schlecht ausgelastete und sich baulich in einem nicht mehr akzeptablen Zustand befindliche Hallenbäder werden parallel zu den Neuinvestitionen geschlossen. Das Hallenbad Sennestadt wird im Jahr 2000 aus dem öffentlichen Betrieb genommen und zu einem reinen Schul- und Vereinsbad umgewandelt. Zurzeit steht für die Bädergesellschaft die Grundsanierung der Freibäder Hillegossen und Dornberg an. Weiterhin ist geplant, das Freibad in Brackwede zu einem Naturerlebnisbad umzubauen.

 

Freibad Wiesenstraße 1927
 

Freibad Wiesenstraße 1946